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Einige geschichtliche Fakten

Zu Anfang waren es zwei Städte: Clermont und Montferrand. König Ludwig, der XIII. besiegelte 1630 ihr Schicksal durch ein Vereinigungsedikt: Dies war die Geburtsstunde von Clermont-Ferrand…

Aus dieser in Vergessenheit geratenen Dualität erklären sich die beiden historischen Stadtkerne. Clermont wurde in der Antike gegründet und war lange Zeit Bischofsstadt. Montferrand wurde im Mittelalter vom Grafen der Auvergne gegründet.

Mittelalter und Montferrand

Im Mittelalter rief Papst Urban II. 1095 in Clermont zum ersten Kreuzzug auf. Zwei Meisterwerke gehen auf diese Epoche zurück: die auf der Unesco Weltkulturliste stehende romanische Basilika Notre-Dame-du-Port und die gotische Kathedrale aus dem Vulkangestein von Volvic, die einzigartige Glasfenster besitzt. Montferrand wurde im 12. Jahrhundert von den Grafen der Auvergne etwa 4 Kilometer von der Bischofsstadt entfernt, gegründet.

Das Geschick, der bis ins 17. Jahrhundert unabhängigen Stadt Montferrand wird 1630 durch ein königliches Edikt mit dem von Clermont verknüpft. In fünf Jahrhunderten wächst die Stadt von einem kleinen Marktflecken, der sich eng um das gräfliche Schloss legt, zu einer Stadt mit regelmäßigem Grundriss heran, die von vielfach erweiterten Festungsmauern geschützt wird. Die Stadt die zunächst dank eines besonders liberalen Freihandelsbrief Handelsstadt und später Justizstadt wird, verfügt über ein außerordentliches Kulturerbe (romanische Gebäude und Fachwerkhäuser, Herrenhäuser aus Gotik und Renaissance, eine gotische Kirche im Languedoc-Stil, etc.), die sie künftig zu einem der bedeutendsten Orte Clermont-Ferrands und der Auvergne werden lassen.

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Ab dem 18. Jahrhundert bis zur Renaissance

Katharina von Medici verleibte Clermont der Krone ein, danach verband ein Vereinigungsedikt unter Ludwig XIII. die beiden Städte: Dies war die Geburtsstunde von Clermont-Ferrand.

Im 16. Jahrhundert unterstand die Auvergne dem König, nur Clermont stand unter der Lehnsherrschaft des Bischoffs. Katharina von Medici nahm die Stadt in Besitz und verleibte sie 1551 der Krone ein.

Die königliche Macht entschied, beide Städte zu vereinen. Es bedurfte zweier Königlicher Edikte (1630 und 1731), um diese Verwaltungseinheit endgültig zu bestätigen. Nach dem Abzug des Herrscherhofs verfiel Montferrand für mehrere Jahrhunderte in einen Dornröschenschlaf. Das erklärt den heutigen Reichtum des unter Denkmalschutz stehenden Gebiets. Erst im 20. Jahrhundert gab es eine echte Vereinigung zu einer Stadt. Einige Herrenhäuser in Clermont und Montferrand stammen aus der Renaissance, genau so wie der einzigartige Brunnen Fontaine d’Amboise.

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1623 wurde im Schatten der gotischen Kathedrale mit romanischer Fassade der brillante Denker Blaise Pascal geboren. Im 17. Jahrhundert entstanden zahlreiche Klosteranlagen. Heute kann man die Fassade der Kirche Saint-Pierre-des-Minimes an der Place de Jaude und das frühere Jesuitenkolleg, jetzt das Forschungszentrum Blaise Pascal, bewundern. Der Prunksaal im Hotel de Grandseigne zeigt das seltene Beispiel einer vollständig erhaltenen Ausstattung aus dem Jahr 1660. Das 18. Jahrhundert stand im Zeichen der Verschönerung von Clermont, in Auftrag gegeben von den Intendanten der Auvergne. Monsieur de Chazerats Herrenhaus ist ein bemerkenswertes Zeugnis der Zeit der Aufklärung.

Im 19. Jahrhundert

Neue Straßenzüge zur Place de Jaude wurden angelegt und das Gebiet um den Bahnhof wurde erschlossen. In dieser Zeit wurden das Theater, das Rathaus und viele Bürgerhäuser errichtet. Der berühmte Architekt Viollet-le-Duc vollendete die Kathedrale und fügte drei Joche hinzu, sowie eine von zwei Turmspitzen gekrönte massive Westfassade.

In 20. Jahrhundert

Das Wachstum der Michelin-Werke veränderte die Stadt nachhaltig. Neben seinen Industrieanlagen schuf Michelin in den 20er und 30er Jahren auch Wohnräume für Arbeiter vom Land. Die Bevölkerungszahlen stiegen rasant von 50.000 im Jahr 1900 auf 100.000 im Jahr 1930, 1962 waren es schon fast 150.000.

Es entstanden komplett neue Stadtviertel mit eigenen Kirchen. Jugendstil und Art Deco eroberten Gebäude und Fassaden und spiegelten sich in den Kunstschmiedearbeiten aus den Bernardin Werkstätten wider. Das Sanatorium Sabourin, ein Meisterwerk der Moderne, wurde 1933 gebaut. Das beginnende 21. Jahrhundert wurde geprägt von der Umgestaltung der Place de Jaude und der neuen Trasse der Straßenbahn “Fleur de Lave”. Nicht unerwähnt bleiben darf die Kunsthochschule, die Ecole supérieure d’Art und ihre hohe architektonische Qualität.